Was hindert Menschen daran ins Museum zu gehen?

Es ist vollkommen richtig, dass Kunst, Kultur und Bildung Themen sind, die nicht alle Menschen gleichermaßen begeistern oder interessieren. Manche sind schwer zu erreichen – trotz Bildunsauftrag, Öffentlichkeitsarbeit und Outbounding. Betrachten wir aber einmal diejenigen, die wir interessieren und vielleicht sogar begeistern können, warum kommen so viele von diesen trotzdem nie oder selten in unsere Häuser? Wir sprechen hier von über einem Drittel (!) der Gesellschaft – was hindert diese Menschen daran ins Museum zu gehen?  

Tatsächlich hilft hier die Betrachtung folgender Punkte:

  • Ausführliche Vorab-Informationen im Web zu Art der Inhalte, Zahl und Art der Verfügbarkeit und Form der Barrierefreiheit
  • Einfacher und für jeden verständlicher Weg vom ÖPNV zum Museum.
  • Sehr, sehr klare optische und taktile Wegeführung zum Eingang und durch die Ausstellung. Gegebenenfalls für unterschiedliche Interessen und Zeitbudgets nutzbar.
  • Leichte, angenehme, nicht akademische Sprache mit Vertiefungsangeboten
  • Bringen Sie die für alle Besucher spannendsten Exponate zur Geltung. Als zugängliche Exponate oder wahlweise tastbare Modelle/Repliken.
  • Alle Erklärungen in Großchrift und Punktschrift (Braille), sowie Audioguide und Audiodeskription.
  • Keine Stufen, Treppen und andere Barrieren für alte Menschen und Menschen auf Rädern im gesamten Ausstellungsbereich.
  • Alle Informationen über mindestens zwei Kanäle verfügbar machen, nämlich nie ausschließlich Audioguide oder ausschließlich Textinformationen 
  • Statt Pauschalisieren und verbalem Exkludieren von Behinderten durch Worte wie Behindertentoilette, Behindertenführung, Blindenführung, Behinderteneingang etc. bitte Lösungen schaffen, die für alle erfreulich sind, an denen alle teilnehmen. Verweisen Sie stattdessen auf barrierefreie Toiletten, Fragen Sie vor einer Führung ob schlecht sehende oder hörende Besucher dabei sind und gehen Sie darauf ein, holen Sie ggf. Zusatzmaterial. .

Diese Aspekte und noch ein wenig mehr, gilt es als Museum oder Ausstellungshalle heute zu beachten. In meiner Arbeit mit solchen Institutionen sind wir zu wunderbaren Lösungen gekommen, die keine Budgets sprengen aber die Hindernisse für ein Drittel der Gesellschaft abbauen.

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